Chronologie der Aktionen und Reaktionen 15
Dezember 2010
Kein Flüsterasphalt in Nikolassee?!
Unter dieser Überschrift veröffentlichte das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf am 1. Dezember folgende Pressemitteilung:
„Wie aus der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Michael Braun im Berliner Abgeordnetenhaus hervorgeht, wird bei der im Jahr 2011 beginnenden Instandsetzung der AVUS auf die Verwendung des lärmreduzierenden Flüsterasphaltes gänzlich verzichtet. Noch im Sommer hatte die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, die Verwendung von Flüsterasphalt zumindest für den Abschnitt in Nikolassee in Aussicht gestellt.
Abgesehen von den erheblichen Einschränkungen, die im Verlauf der mehr als zweieinhalb Jahre andauernden Sanierungsmaßnahmen auf die Bürgerinnen und Bürger des Bezirks Steglitz-Zehlendorf zukommen werden, ist es völlig unverständlich, dass die bestehenden Möglichkeiten einer Lärmentlastung für die Anwohnerinnen und Anwohner in der Umgebung der AVUS nicht genutzt werden. Wieder einmal drängt sich der Eindruck auf, dass der rot-rote Senat die Berliner Bevölkerung mit zweierlei Maß behandelt. Bei der Sanierung des Autobahnabschnittes der A 100 in Neukölln wurde - wie dies in der Nähe bewohnter Gebiete Standard sein sollte - großflächig Flüsterasphalt verbaut.
Der Bezirksbürgermeister von Berlin Steglitz-Zehlendorf, Norbert Kopp, wird sich im Interesse der Anwohnerinnen und Anwohner weiterhin dafür einsetzten, dass der Senat seine Entscheidung revidiert und bei der Instandsetzung der AVUS insbesondere in der Nähe zu den bewohnten Gebieten des Bezirks Flüsterasphalt seine Verwendung findet.“
* * *
Berlins Verkehrssenatorin Junge-Reyer (SPD) hat einen verbesserten Lärmschutz bei der geplanten Sanierung der Stadtautobahn Avus (A 115) zugesagt. Ziel sei es, die Anwohner im Bereich Nikolassee besser zu schützen. Durch den Einsatz modernster Technik und Materialien wolle man erreichen, dass der Verkehrslärm zwischen der Abfahrt Spanische Allee und dem Funkturm um fünf Dezibel abgesenkt wird, sagte die SPD-Politikerin.
Ein Gutachten
solle zudem klären, ob eine reduzierte Geschwindigkeit
weitere Entlastung bringen kann.
Der 8,7 Kilomenter lange Teilstrecke zwischen Funkturm und
Spanische Allee soll vom kommenden Jahr an für rund 25
Millionen Euro grunderneuert werden. Die Sanierung der
Bundesautobahn wird vom Bund bezahlt. (rbb 9.12.2010)
Die vorstehende Äußerung von Senatorin Junge-Reyer war die Beantwortung einer mündlichen Anfrage, die der Abgeordnete Holger Thärichen im Abgeordnetenhaus gestellt hatte. Das Thema AVUS war darüber hinaus auch Gegenstand einer Debatte zu einem Dringlichen Antrag der FDP, bei dem es um die verkehrlichen Auswirkungen der Sanierungsarbeiten geht. Das Ganze ist demnächst im Protokoll der Plenarsitzung vom 9.12.2010 nachzulesen.
Im Entwurfsstatus ist der Antrag von SPD und Die Linke, der sich präzise mit den Forderungen der BI Nikolassee befasst. Ziel ist ein gemeinsamer Antrag unter Beteiligung von CDU und Bündnis 90/Die Grünen, wie er beim Vor-Ort-Termin Anfang Juli avisiert wurde. Dem Entwurfsantrag haben bereits die verkehrspolitischen Sprecher aller vier genannten Parteien zugestimmt, nach Zustimmung der jeweiligen Fraktionen soll er im Januar ins Abgeordnetenhaus eingebracht und bis Ende April beantwortet werden.