Chronologie der Aktionen und Reaktionen 9
April 2010

Zur Bürgerversammlung am 22. April konnten die beiden Lärmschutz-Initiativen gemeinsam mit den Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Enak Ferlemann und dem Bundestagsabgeordneten Karl-Georg Wellmann viele interessierte Mitbürger in einer gut gefüllten Theaterhalle der Dreilinden-Grundschule begrüßen. Der Vortrag von Prof. Hohnecker zum Thema Lärmschutz bei Eisenbahnstrecken fand große Aufmerksamkeit. Das Echo im BI-Mailpostkasten war durchwegs positiv.
Eine Nachlese unserer Veranstaltung speziell zum Thema Eisenbahnmauer gab es am 24. April 2010 im Tagesspiegel.
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Schreiben von Thomas Henke, Einwendergemeinschaft Krause-Dreieck, vom 23. April :
Liebe Nachbarn,
viele waren gestern auf der Versammlung. Ohne jetzt alles darzulegen: Herr
Ferlemann als Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums hat keine
Zusagen gemacht. Er war aufgeschlossen und hat versichert, dass er bis zur
Sommerpause die Vorschläge zu einem städtebaulich verträglichen Lärmschutz
am Hohenzollenplatz prüfen wird. Er hat auch der Notwendigkeit zugestimmt,
dass AVUS und Bahnlärm zusammen betrachtet werden muss. Im Vorfeld hat die
SPD dann vor der Veranstaltung ein Flugblatt verteilt. Dazu habe ich heute
Herrn Thärichen, Mitglied des Abgeordnetenhauses, eine Mail geschrieben. Die
möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
„Sehr geehrter Herr Dr. Thärichen,
vor der gestrigen Bürgerversammlung in der Dreilinden-Grundschule wurde ein
SPD-Flugblatt verteilt. Als Ansprechpartner für die Einwendergemeinschaft
Paul-Krause-/Münchow-/ Borussenstraße (über 80 erwachsene Nachbarn gehören
dazu) verstehe ich die Position der SPD nicht. Sie möchten, dass die Bahn so
baut, dass sie ohne Lärmschutzmaßnahmen auskommt.
Wir leiden erheblich unter dem bereit vorhandenen Lärm der AVUS und der
Bahn. Die Lärmkartierungen des Senats sind Ihnen sicherlich bekannt. Werte
von über 70dBa sind bei uns keine Ausnahme.
Wir haben uns gegen die geplante Lärmschutzwand ausgesprochen. Einmal aus
städtebaulichen Gründen, aber auch, weil unsere Seite der S-Bahn bei den
Planungen außen vor blieb. Offenbar haben die Planer nur gerechnet, welcher
Lärm durch die Eisenbahnplanungen entsteht nur einen Schadenfall in der
Parallelstraße gesehen. Übersehen wurde der Grundlärm der AVUS! Für uns
muss der Gesamtlärm betrachtet werden!
Als Einwendergemeinschaft haben wir - vorbehaltlich eine technischen
Prüfung - z.B. eine Lärmschutzwand auf der Trasse der S 7 entlang der
Borussenstraße von der Borussenbrücke bis zum Tunnel Nymphenufer
vorgeschlagen.
Seit Jahren leiden wir unter dem Lärm. Der Senat weigert sich Tempo 60
rechtssicher einzuführen, er weigert sich auch im Rahmen der
Auftragsverwaltung freiwillig Lärmschutzwände an der AVUS zu errichten oder
im Rahmen der Grundsanierung der AVUS Flüsterasphalt aufzutragen.
Somit gibt es hinsichtlich Minderung des AVUS-Lärms keine Bewegung. Auf der
Versammlung gestern schlugen einige Bürger in ihrer Not sogar einen
3-Streifigen Ausbau der AVUS vor, dann gäbe es ja einen Rechtsanspruch auf
aktiven Lärmschutz. Jetzt verändert und baut die Bahn und es bestehen gute
Chancen, dass die Bahn zum aktiven Lärmschutz verpflichtet wird. Aber die
SPD fordert: baut doch so, das kein Lärmschutz erforderlich ist! So sollen
wir weiterhin den vorhandenen AVUS und Bahnlärm akzeptieren??? Jetzt, wo
die Bahn sich bewegen muss, jetzt besteht die Möglichkeit, dass es endlich
leiser wird! Dass muss natürlich städtebaulich verträglich erfolgen. Die am
Hohenzollerndamm geplante Wand ist ebenso indiskutabel wie der von Herrn
Ferlemann ins Spiel gebrachte passive Lärmschutz (Lärmschutzfenster).
Herr Staatssekretär Ferlemann hat sich abschließend für Lärmschutz an Bahn
und AVUS ausgesprochen und auf die Zuständigkeit des Senats bei der AVUS
verwiesen. Sie verweisen im gestrigen Flugblatt auf die Zuständigkeit des
Bundes bei der Bahn. Ich denke, jetzt ist nicht die Zeit für Parteipolitik
und Schuldzuweisungen. Gestern kam sogar der Verdacht auf, die Rot-rote
Koalition wolle den schwarz-gelben Südwesten abstrafen.
Ich möchte Sie bitten, setzten Sie sich als Senat mit den betroffenen
Bürgern, unabhängigen Fachleuten, den Verantwortlichen für AVUS und Bahnlärm
mit Herrn Ferlemann als Vertreter des Bundes zusammen. Der politische Wille
für aktiven Lärmschutz an Bahn und AVUS scheint ja sowohl beim Bund wie beim
Senat vorhanden zu sein, die Bahn ist zum Lärmschutz verpflichtet, das
müsste doch nun endlich zusammengehen!
Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen. Herr Staatssekretär Ferlemann
hat seinerseits angekündigt: Noch vor der Sommerpause werde er das Ergebnis
seiner Prüfungen und Bemühungen mitteilen.“
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